Planungsabschnitt 1 von Westerstede (A 28) bis Jaderberg (A 29)
Planungsstand

Im April 2018 wurde der Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt 1 der A 20 erlassen, der im Januar 2021 geändert und ergänzt wurde. Allerdings gab es Klagen seitens des BUND und Einzelklägern. Die Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht fand im Mai 2022 statt und das Urteil wurde im Juli 2022 verkündet. Dabei wurde der Planfeststellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt als rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt. Grund waren Fehler bei der Prüfung der Zunahme der Stickstoffbelastung.

Im Februar 2023 hat die Autobahn GmbH ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren (Fehlerheilungsverfahren) für den 1. Bauabschnitt bei der Planfeststellungsbehörde eingeleitet. 2023 wurde ein neuer Planfeststellungsbeschluss erlassen. Dieser wird allerdings erneut beklagt und 2024 vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt.

Technische Angaben

  • Länge: 13 km 
  • prognostizierte Verkehrsentwicklung im Jahr 2030:
    22.300 Fahrzeuge / 24 h westlich der AS L 824,
    21.500 Fahrzeuge / 24 h östlich der AS L 824
Streckenverlauf

Der erste Abschnitt der A 20 beginnt an der Autobahn A 28 Leer – Oldenburg mit dem geplanten Autobahndreieck A 20 / A 28 und verläuft dann in nordöstlicher Richtung. Nördlich der Anschlussstelle L 824 in Dringenburg geht die Trassierung in einen Kurvenverlauf über, um in südöstliche Richtung abzuschwenken. Das Ende der Strecke liegt östlich des geplanten Autobahnkreuzes A 20 / A 29. Die A 20 wird vierstreifig mit einer Fahrbahnbreite von 12,00 m je Richtungsfahrbahn gebaut. Die K 130 wird über die A 20 geführt. Außerdem werden für landwirtschaftliche Verkehre drei Überführungen benötigt. 

Artenschutz

Mitte Oktober 2018 haben sogenannte CEF-Maßnahmen begonnen, welche für eine dauerhafte ökologische Funktion des Projektes sorgen sollten. Eine dieser Maßnahmen wurde an einem Brückenbauwerk in Rastede durchgeführt. Die A 20 sorgt nämlich für das Entfallen einer wichtigen Querungsroute für Fledermäuse über die A 29, da die Brücke am Bekhausermoorweg abgerissen werden musste. Daher wurden Fledermausleitzäune um die Erlensaumpflanzungen gebaut, um die Fledermäuse umzuleiten. Außerdem sind zwei Grünbrücken geplant.

Der erste Abschnitt des Gebiets wird von der landwirtschaftlichen Nutzung dominiert und weist eine offene Landschaft mit wenig Baum- und Waldbedeckung auf. Aufgrund von Kartierungen wird ermittelt, welche Ausgleichsmaßnahmen für die Auswirkungen des Autobahnbaus und -betriebs notwendig sind. Da einige Arten gefährdet sind, sind umfangreiche Ausgleichsflächen erforderlich. Ein Teil dieser Ausgleichmaßnahmen wird im Rahmen einer CEF-Maßnahme auf der staatlichen Fläche des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld durchgeführt.

Es wurden auch Renaturierungen als weitere CEF-Maßnahme in Privatwäldern im Waldgebiet „Rechter Brook“ durchgeführt. Zur Überprüfung des Erfolgs der Maßnahme findet ein 5-jähriges Monitoring statt.

Baugrund

Im ersten Abschnitt der A 20, der sich auf der Ostfriesischen/Oldenburgischen Geest befindet, besteht der Baugrund oberflächennah hauptsächlich aus holozänen Ablagerungen mit einer Deckschicht aus Oberboden und Torf. Darunter befinden sich pleistozäne Ablagerungen, hauptsächlich aus bindigen Geschiebeböden, die von Sanden und Kiesen unterlagert sind. Die Mächtigkeit der oberen Bodenzone variiert zwischen 0,2 m und 0,6 m, während darunter Bereiche mit Torf gefunden wurden, dessen Mächtigkeit überwiegend kleiner als 2,0 m ist. Im Bereich zwischen der A 28 und der L 824 wurden geringmächtige Sandschichten in einigen Bereichen gefunden, während ab der L 824 bis zur A 29 Sande in Tiefen von überwiegend 4,5 m unter der Geländeoberkante vorkommen. Beim Bodenvollaustauschverfahren wird der nicht tragfähige Boden unter der Autobahntrasse vollständig durch einen tragfähigen Boden ersetzt, wobei der nicht belastbare Untergrund mithilfe eines Baggers ausgehoben wird. Der benötigte Sand kann aus einer eigens angelegten Seitenentnahme im Bereich Bekhausen gewonnen werden.  

Besonderheiten des Abschnitts

Je Fahrtrichtung ist ein Parkplatz mit WC (PWC-Anlage) mit 50 Stellplätzen für Lkw und 30 Stellplätzen für Pkw vorgesehen.  

Weitere Abschnitte in Planung / in Bau
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